eulenspiegel - Ausgabe 836

Anzeigensonderseite www.dereulenspiegel.de Seit e2 Majestätisch thront sie über dem Eingang des Bad Iburger Uhrenmuseums – die größte Taschenuhr der Welt. Mit 1,80 Metern Durchmesser hält sie den Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde. Ein echtes Unikat, genau wie der Mensch, der sie in Auftrag gegeben hat: Peter Taschenmacher. Er hat ein Herz für seine Rekorduhr – und für alle 888 Uhren des Museums, das er vor 50 Jahren gründete. Zu jeder weiß er eine Geschichte zu erzählen, kennt Herkunft, Weg und Wert . „Angefangen hat alles mit einer Breitling Navitimer“, erzählt Taschenmacher. Eine Uhr, die Piloten der US-Marine bei ihren Flügen nutzten – inklusive des patentierten Clous: der Lünette, ein drehbarer Kranz um das Ziffernblatt, der schnelle Zeitberechnungen möglich machte. Aus alter Verbundenheit trägt Taschenmacher noch heute eine Breitling am Handgelenk, wenn er durch die Räume seines Museums geht. Öffnet er morgens um 11 Uhr die Türen, erweckt er die Uhren zum Leben: Er gibt den Pendeln einen kleinen Stoß, nimmt einen Uhrenschlüssel, zieht die nächste auf. So füllt sich der Raum mit einem steten Tick-Tack. „Ich höre das gar nicht mehr“, sagt er – nicht wegen schlechter Ohren, sondern weil es ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Von seinem Sitz im Zentrum blickt er in fast jeden Winkel des Museums. Hier ist er immer ansprechbar für seine Besucher und glänzt mit schier endlosem Fachwissen. Über die Jahre ist Taschenmacher zum Experten geworden. Als Autodidakt repariert und pflegt er alle Uhren selbst – auch die riesige und doch elegante Turmuhr aus dem Hause Korfhage & Söhne aus Melle-Buer, die einen der Räume bestimmt. „Die Leute, die das können, sterben aus“, sagt er. Man spürt dabei keine Trauer, höchstens Unverständnis darüber, dass Uhren und ihre hochkomplexen Mechaniken heute so wenige Menschen ins Uhrmachergewerbe ziehen. Immerhin: Aber gerade Taschenmacher weiß, dass die Welt niemals stillsteht. Auch wenn er es geschafft hat, sich die E-Mail als Kommunikationsmittel zu ersparen. „Ich hatte das mal eingeführt“, sagt Taschenmacher, „aber da hatte ich nach einem Tag so viele Anfragen, dass ich nichts anderes mehr hätte tun können.“ Von einem Ruhestand ohne Beschäftigung möchte er nichts wissen. „Ich muss immer etwas tun“, erklärt er, geht zu einer Reihe Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald und erweckt sie zum Leben. „Die Uhrmacher, die die hier gebaut haben, das sind echte Meister. Wenn ich mal wieder eine Uhr von der Wand nehme, um sie zu ölen, komme ich kaum an die richtige Stelle, so viel Technik steckt da drin.“ Eine zeigt ein typisches Schwarzwaldhaus: In der Laube neben der Tür stoßen zwei kleine Männer in Trachten mit Bierkrügen an. Bei der nächsten hoppeln Häschen auf und ab, bis ein fein geschnitzter Kuckuck aus dem obersten Fenster hervorschnellt. Auch zu jeder dieser Uhren hätte Taschenmacher etwas parat. Doch dafür ist keine Zeit, denn ein anderes Exponat möchte seine Geschichte erzählt bekommen: „Kommen Sie mit. Eine Standuhr, massive Eiche, sie werden nicht glauben, wie sie den Weg hierher gefunden hat …“ Sekunden werden zu Minuten, Minuten zu Stunden. Die Zeit steht niemals still, auch nicht im Bad Iburger Uhrenmuseum – auch wenn man sich manchmal wünschen würde, sie liefe langsamer. Damit Platz wäre für mehr der unzähligen Geschichten. Die Standuhr übrigens reiste 1972 auf einem eigens angefertigten Gestell auf dem Dach eines VW-Käfers ins Osnabrücker Land. Aber das ist eine andere Geschichte … Uhrenmuseum Bad Iburg, Am Gografenhof 5, Tel. 05403/2888. Täglich 11 bis 17 Uhr. Eintritt: 3,50 Euro Erwachsene / 2,50 Euro Kinder. Infos:badiburg-tourismus.de www.osnabruecker-land.de Auch als kostenlose Online-Ausgabe für alle Smartphones, Tablets &Co. www.dereulenspiegel.de Verlosungen, Berichte, Aktuelles, u.v.m. Die Osnabrücker Szene im Netz: Werde Teil der Facebook-Gruppe: Facebook.com /eulenspiegel Osnabrück Den Job und den „Rest des Lebens“ unter einen Hut bringen: In Osnabrück gibt es für rund 1.520 Kinder unter 3 Jahren einen Kitaplatz. Die Betreuungsquote liegt damit nach Angaben der amtlichen Statistik bei gut 37 Prozent. „Das ist zu wenig. Vor allem wenn Eltern arbeiten, müssen sie sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder betreut werden“, sagt Peter Buddenberg von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). So liege der landesweite Bedarf, den Eltern bei der Betreuungsquote von Unter-3Jährigen in Niedersachsen haben, bei 53 Prozent. Die NGG Osnabrück beruft sich dabei auf eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Erhebliche Probleme sieht die Gewerkschaft jetzt auf Eltern in Osnabrück zukommen. Grund sind Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu ändern und den 8-Stunden-Tag abzuschaffen: „Wenn das passiert, dann bricht für Eltern jede Planung bei der Kinderbetreuung zusammen. Denn dann kann ein sogar bis zu 73,5 Stunden setzen, würde die Bundesregierung damit echte Probleme für viele Familien in Osnabrück provozieren – im Job und in der Familie“, warnt NGG-Geschäftsführer Peter Buddenberg. Dabei suchten nicht nur das Gastgewerbe und das Lebensmittelhandwerk, sondern auch viele Betriebe der Nahrungsmittelindustrie händeringend qualifiziertes Personal. „Den Arbeitskräftemangel in diesen Betrieben lösen wir nicht durch längere Arbeitstage, sondern durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Kita-Plätze“, so Peter Buddenberg. Außerdem seien längere Arbeitstage auch eine Gefahr für die Gesundheit: „Nach 8 Stunden im Job steigt das Unfallrisiko immer mehr an. Nach 12 Stunden ist es sogar doppelt so hoch wie bei einem regulären 8-Stunden-Tag“, so Buddenberg. Abe r auch Schlafstörungen, HerzKreislauf-Erkrankungen und Burnout könnten die Folge von zu langen Arbeitstagen sein. Mehr Infos unter: //www.ngg.net/ themen/mit-macht-fuer-die-8 . Arbeitstag auch mal zwei oder sogar dreieinhalb Stunden länger werden. Mit Verlässlichkeit, die Eltern dringend brauchen, hat das nichts mehr zu tun“, sagt Peter Buddenberg. Denn eine verlässliche Betreuun g sei gerade für berufstätige Eltern wichtig. „Meistens sind Kita- und Arbeitszeiten schon jetzt auf Kante genäht – also eng miteinander abgestimmt: Wer sein Kind in der Kita hat, der muss es auch pünktlich wieder abholen, bevor die Kita schließt. Aber wenn der Chef demnächst aus einem 8-Stunden-Tag einen Arbeitstag mit 10 oder 12 Stunden am Stück machen kann, wird es für Familien nahezu unmöglich, ihren Alltag verlässlich zu planen“, sagt Peter Buddenberg. Am Ende beeinträchtige das sogar die Berufstätigkeit der Eltern . Kritisch werde das auch für die Pflege: „Wer sich zu Hause – zum Beispiel in enger Absprache mit Pflegediensten – um Angehörige kümmert, kann alles gebrauchen, aber keinen XL-Arbeitstag“, sagt der Geschäftsführer der NGG Osnabrück. Auch bei der Pflege gelte: „Verlässlichkeit ist das A und O“, so Buddenberg. Schon deshalb sei die von der Bundesregierung geplante Aufweichung des 8-Stunden-Tages „Gift für alle, die im Moment alles daransetzen, den Spagat zwischen Job und Familie zu schaffen“. Betroffen seien hier vor allem Frauen: 51 Prozent von ihnen gaben, so die NGG, bei einer bundesweiten Beschäftigtenbefragung (Index Gute Arbeit) des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) an, sich zu Hause um Angehörige – gerade um Kinder oder Ältere – zu kümmern. Bei den Männern seien es 41 Prozent. Schon heute hätte gut ein Fünftel aller Beschäftigten häufig Probleme, Familie und Job zeitlich zu vereinbaren. Bei alleinerziehenden Frauen seien dies aktuell sogar 42 Prozent. „Sollte Schwarz-Rot jetzt den 8Stunden-Tag abschaffen und bei der Wochenarbeitszeit ein Limit von 48 und in Ausnahmefällen Osnabrück: 1.520 U3-Jährige in Kitas Gewerkschaft NGG: Familien brauchen planbare Arbeitszeiten Peter Taschenmacher und die Liebe zu seinen 888 Uhren Ein Unikat in Bad Iburg Foto: Tourismusgesellschaft Osnabrücker Land In einem Sommer der Extremtemperaturen und Waldbrände ist dieses Projekt aktueller denn je: Forschende der Universität Osnabrück untersuchen die biologischen Prozesse und ökohydrologischen Mechanismen, die die Wasserverfügbarkeit in Waldböden steuern. Dabei beschäftigen sie sich insbesondere mit der Frage, wie sich eine bodendeckende Vegetation auf die Bodenfeuchte auswirkt und welchen Beitrag sie zur Bindung von Bodenkohlenstoff sowie zur Bodenbildung leistet. Die Zwillenberg-Tietz-Stiftung fördert das Forschungsvorhaben für die kommenden drei Jahre. „Ein Verständnis des komplexen Wirkungsgefüges in Waldökosystemen ist nötig für eine Bewertung der Entwicklung, Stabilität und Resilienz von Waldböden“, sagt Prof. Dr. Steffen Seitz von de r Uni Osnabrück. Zu diesem Verständnis könnten mehrjährige Messreihen und ein kontinuierliches Monitoring ökohydrologischer Boden- und Vegetationsparameter einen bedeutenden Beitrag leisten. Bei seiner Studie wird der Professor für physische Geographie von Dr. Maik Veste als Partner des Centrums für Energietechnologie Brandenburg und Prof. Dr. Thomas Scholten von der Universität Tübingen unterstützt. Das Projekt knüpft an ein 2025 an der Universität Tübingen abgeschlossenes Forschungsvorhaben an, in dem insbesondere die Wasserverfügbarkeit im Waldboden und der Einfluss von Moosen untersucht wurden. Ziel ist es, einen langfristigen Datensatz zur Bodenfeuchte und Bodenbildung in Kiefernwäldern aufzubauen. Im Fokus des Projekts steht das Zusammenspiel von Wasserhaushalt und bodendeckender Vegetation. Bisher wurden Messungen nur über begrenzte Zeiträume und ohne langfristige Planung ausgeführt. Das neue Projekt soll diese Lücke schließen. Zusätzlich sollen studentische Projekte durchgeführt und Abschlussarbeiten vergeben werden. In Zeiten von Hitze und Waldbränden Neue Studie der Uni Osnabrück zu Prozessen in Kieferwäldern

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