eulenspiegel - Ausgabe 830

Gesundheit & Pflege Anzeigensonderseite www.dereulenspiegel.de Seit e8 Ein Ziehen im Rücken. Ein Stechen im Knie. Die Schulter meldet sich beim Anheben des Arms. Fast automatisch reagieren wir mit Vorsicht. Wir bewegen uns weniger, vermeiden bestimmte Bewegungen un d hoffen, dass es von selbst besser wird. Schonung fühlt sich zunächst vernünftig an. Doch genau hier beginnt häufig ein Missverständnis. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Bewegung ist in vielen Fällen nicht die Ursache von Schmerz – sondern ein zentraler Teil der Lösung. Schmerz ist nicht gleich Schaden Viele Menschen setzen Schmerz automatisch mit einem strukturellen Defekt gleich. Wenn etwas weh tut, muss etwas kaputt sein – so die intuitive Annahme. Doch die moderne Schmerzforschung zeichnet ein differenzierteres Bild. In „Schmerzen verstehen“ von Butler und Moseley wird beschrieben, dass Schmerz in erster Linie ein Schutzmechanismus ist. Unser Nervensystem bewertet fortlaufend, ob eine Situation als bedrohlich eingestuft wird. Wenn es Gefahr vermutet, entsteht Schmerz. Diese Gefahr kann mit einer tatsächlichen Gewebeschädigung zusammenhängen – sie muss es aber nicht. So finden sich zwangsläufig bei vielen beschwerdefreien Menschen Bandscheibenvorfälle oder auch Gelenkveränderungen im MRT. Umgekehrt können deutliche Schmerzen auftreten, ohne dass eine klare strukturelle Ursache erkennbar ist. „Schmerz ist immer real“, sagt Alexander Feldkamp, Physiotherapeut und Inhaber von PHYSIO E4 – Therapie & Reha in Osnabrück. „Aber er ist nicht automatisch ein Zeichen für Zerstörung. Oft reagiert das Nervensystem empfindlicher, als es die Situation objektiv erfordern würde.“ Wenn Schonung zum Problem wird Akuter Schmerz schützt uns – beispielsweise nach einer Verletzung. Problematisch wird es, wenn Beschwerden länger bestehen bleiben. Dann kann das Nervensystem sensibler reagieren. Bewegungen oder Belastungen, die früher dann selbstverständlich waren, werden als riskant bewertet. Es entsteht ein Kreislauf: Schmerz führt zu Schonung, Schonung zu Kraftverlust und Unsicherheit. Diese Unsicherheit verstärkt wiederum die Schutzreaktion. Der Körper wird vorsichtiger – und gleichzeitig weniger belastbar. Was als sinnvolle Entlastung beginnt, kann langfristig genau das Gegenteil bewirken. Belastbarkeit entsteht durch Belastung Der menschliche Körper ist sehr anpassungsfähig. Muskeln, Sehnen, Knochen – und auch das Nervensystem – reagieren auf angemessene Reize mit Anpassung. Ohne Reiz jedoch bleibt diese Anpassung aus. „Wer Belastung dauerhaft vermeidet, trainiert Unbelastbarkeit“, sagt Feldkamp. „Belastbarkeit entsteht nur durch gezielte, gesteigerte Belastung. Entscheidend ist, dass Patienten dabei positive Erfahrungen sammeln. Der Körper lernt durch Erfolg – nicht durch Überforderung.“ Genau hier liegt die Bedeutung physiotherapeutischer Begleitung. Belastung darf weder zufällig noch überfordernd sein. Sie muss individuell angepasst, beobachtet und schrittweise gesteigert werden. Zu wenig Reiz führt zu keiner Entwicklung, zu viel Reiz kann das System erneut verunsichern. Physiotherapie bedeutet deshalb mehr als Übungsanleitung. Sie bedeutet Steuerung: Belastung so zu dosieren, dass sie Vertrauen aufbaut und die Belastbarkeit Schritt für Schritt erhöht. Ziel ist nicht die sofortige Schmerzfreiheit, sondern ein Körper, der wieder mehr aushält – im Alltag, im Beruf und im Sport. Bewegung verändert nicht nur Muskeln und Gelenke. Sie beeinflusst, wie unser Nervensystem Belastung bewertet. Jede sinnvoll dosierte Aktivität liefert dem Körper eine neue Erfahrung: Belastung ist möglich – und Anpassung ebenso. „Es geht nicht primär darum, Symptome zu unterdrücken“, sagt Feldkamp. „Es geht darum, Belastbarkeit systematisch wieder aufzubauen. Wer die Gesundheit erhalten will, muss Belastung gestalten – nicht vermeiden.“ Bewegung als Medizin – warum wir uns kaputt schonen Physiotherapeutische Begleitung Foto: PHYSIO E4 Meh r im Internet auf www.dereulenspiegel.de Gesundheitstipps und mehr finden Sie auch in unseren kostenlosen Online-Ausgaben Im Jahr 2024 waren deutlich mehr Menschen von lebensmittelbedingten Erkrankungen betroffen. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) hervor. Lebensmittelbedingte Erkrankungen entstehen durch Bakterien, Viren, Parasiten oder Toxine, die über verunreinigte Nahrung aufgenommen werden. Typische Symptome sind Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Von „lebensmittelbedingten Krankheitsausbruch“ spricht man, wenn mindestens zwei Personen nach dem Verzehr desselben Lebensmittels erkranken. Durc h sorgfältige Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln lässt sich das Infektionsrisiko deutlich reduzieren. Bei einigen Lebensmitteln ist besondere Sorgfalt nötig, da sich Mikroorganismen sehr schnell ausbreiten. Hie r ei n paar wichtige Grundregeln: Ausreichend erhitzen: Geflügel, Fleisch, Hackfleisch, Fisch, Rohmilch und Speisen mit Ei müssen bis ins Innere richtig erhitzt werden. Sie sollten mindestens zwei Minuten lang eine Temperatur von mindestens 72 Grad Celsius erreichen. Das kann mit einem Fleisch-Thermometer geprüft werden. Beim Erhitzen in der Mikrowelle öfter umrühren, damit sich die Hitze gleichmäßig verteilt. Getrennt zubereiten: Besonders empfindliche oder auch unsaubere Lebensmittel nicht in Kontakt mit anderen Lebensmitteln bringen. Für die Zubereitung nicht die gleichen Küchengeräte verwenden. Oder die Küchengeräte dazwischen gründlich und heiß abwaschen. Gründlich waschen: Pflanzliche Produkte wie Obst, Gemüse, frische Kräuter, Blattsalate und Sprossen gründlich waschen und nach dem Schneiden bald verzehren oder kühl lagern. Wer rohe Sprossen und tiefgekühlte Beeren erhitzt, schützt sich vor einer möglichen Infektion. Gut reinigen: Alle Oberflächen in der Küche und alle Geräte, die mit rohen Lebensmitteln in Kontakt kommen, regelmäßig und gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Mit klarem Wasser nachspülen. Viele Arbeitsgeräte und Schneidebretter aus Kunststoff können auch bei 60 Grad Celsius in der Spülmaschine gereinigt werden. Weitere Regeln zur Küchen-Hygiene sind auf der Webseite des Bundeszentrums für Ernährung in Einfacher Sprache zusammengestellt. (Text: Heike Kreutz, bzfe.de) So lassen sich lebensmittelbedingte Krankheiten vorbeugen Sauberkeit und Hygiene in der Küche

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